Mittwoch, 6. Mai 2015

Vegane Ernährung der Mutter und die drohenden Folgen für das Kind

Foto: pixabay
Heute brauche ich gar nicht viel zu schreiben, die Fundstücke, die ich Euch zeigen werde, sprechen in ihrer Zusammenschau für sich selbst. Und der Selbsterfahrungsbericht von Barbara ist im Grunde schon Botschaft genug.

Die Frage, um die es sich in meinem Beitrag dreht: Welche Folgen kann eine vegane Ernährung einer schwangeren Frau für die Gesundheit ihres Kindes haben. Die Bundesregierung warnte in diesem Zusammenhang vor einer veganen Ernährung, was postwendend die Chefideologen der veganen Szene auf den Plan rief.

Hier der gefährliche Dummschwatz  auf der Seite der veganen gesellschaft deutschland e.V., die nicht nur auf tierischen Produkte, sondern auch konsequent auf Groß-/Kleinschreibung verzichtet, was möglicherweise an Bildungsrückstand liegen mag:
von Robert Bock

"vegane ernährung in der schwangerschaft gefährlich? unlogische panikmache in den medien

mütter sollen während der schwangerschaft, so eine aktuelle meldung der dpa, »auf jeden fall« milch und eier essen. sich vegan zu ernähren, sei »eine schlechte idee« und könne zu einem »nährstoffmangel bei säuglingen« führen.

diese meldung ist typische stimmungsmache gegen die vegane ernährung. dass sich das bundesernährungsministerium dafür hergibt, angst zu verbreiten, ist in unseren augen ein skandal.

die experten des bundesernährungsministeriums haben offensichtlich vergessen, dass die mehrheit der frauen weltweit gesunde babies zur welt bringt, ohne dabei milch oder eier zu essen.

gründe dafür:
a) der großteil der menschen verträgt gar keine milch und verzichtet daher darauf
b) zahlreiche krankheiten gibt es in verstärktem maße dort, wo milch konsumiert wird

da loben wir uns doch das wissen der weltweit größten organisation von ernährungsexperten, der american dietetic association (ada), die gegenüber dem bundesernährungsministerium einen deutlichen bildungsvorsprung hat. sie erklärt, dass eine gut geplante vegane ernährung auch für schwangere und säuglinge geeignet ist."

Um den Bildungsvorsprung Dritter beurteilen zu können, setzt dies ein Mindestmaß an Bildung, vor allem aber Kenntnis des Standes von Wissenschaft und Forschung voraus. Hiermit beschäftigt sich diese Interessenvertretung der Veganer offensichtlich nicht. Auch dass die angeblich so komptetente ada regelmäßig am Pranger steht, allzu sehr mit den wirtschaftlich Mächtigen der Ernahrungsindustrie zu flirten, statt strikt neutral, allein dem Interesse des Menschens verpflichtet, zu arbeiten, verschweigen die Großbuchstabenphobiker aus der veganen Interessenvertretung geflissentlich.

Man ist wahrscheinlich viel zu sehr mit der Umsetzung ihres Leitgedankens (siehe Kopf der Homepage) beschäftigt:
  "als gemeinnützige organisation engagiert sich die vegane gesellschaft deutschland e.v. für die friedliche veganisierung aller gesellschaftlichen lebensbereiche. den hungernden menschen weltweit, den leidenden tieren und der immer mehr in mitleidenschaft gezogenen natur zuliebe."


Da leiste ich gerne Nachhilfe in elementaren Gesundheitsfragen, wenn es der Wahrheitsfindung und der Ent-Täuschung werdender vegan lebender Mütter (und Väter) dient:

Hier die wissenschaftlichen Fakten, die in diesem aktuellen Review zum Thema zusammengetragen wurden (man kann dort bei Interesse den gesamten Artikel kostenlos und in den schrecklichen Details lesen):

European Journal of Clinical Nutrition (2014) 68, 2–7; doi:10.1038/ejcn.2013.232; published online 13 November 2013
Vitamin B12: one carbon metabolism, fetal growth and programming for chronic disease

"Abstract: 
This review brings together human and animal studies and reviews that examine the possible role of maternal vitamin B12 (B12) on fetal growth and its programming for susceptibility to chronic disease. A selective literature review was undertaken to identify studies and reviews that investigate these issues, particularly in the context of a vegetarian diet that may be low in B12 and protein and high in carbohydrate. Evidence is accumulating that maternal B12 status influences fetal growth and development. Low maternal vitamin B12 status and protein intake are associated with increased risk of neural tube defect, low lean mass and excess adiposity, increased insulin resistance, impaired neurodevelopment and altered risk of cancer in the offspring. Vitamin B12 is a key nutrient associated with one carbon metabolic pathways related to substrate metabolism, synthesis and stability of nucleic acids and methylation of DNA which regulates gene expression. Understanding of factors regulating maternal–fetal one carbon metabolism and its role in fetal programming of non communicable diseases could help design effective interventions, starting with maternal nutrition before conception."
Kurzfassung:
  • Vitamin-B-12-Mangel der Mutter hat Einfluß auf Wachstum und Entwicklung des Fötus.
Ein niedriger B12-Status und niedriger Protein-Konsum der Mutter sind assoziiert mit:
  • Erhöhtem Risiko für Neuralrohrdefekte des Fötus (Foto - Vorsicht...harte Kost!)
  • Niedrige fettfreie Körpermasse des Kindes (Skelett, Muskulatur)
  • Fettleibigkeit des Kindes
  • Insulin-Resistenz des Kindes
  • Beeinträchtigte Entwicklung des Nervensystems des Kindes
  • Erhöhtes Krebsrisiko des Kindes

Für den Fall, dass bestritten werden sollte, dass B12-Mangel unter Veganern ein Thema sei, gibt's diesen Review des Standes der Forschung:

European Journal of Clinical Nutrition , (26 March 2014) | doi:10.1038/ejcn.2014.46

The prevalence of cobalamin deficiency among vegetarians assessed by serum vitamin B12: a review of literature

R Pawlak, S E Lester and T Babatunde

"Abstract

Individuals following vegetarian diets are at risk for developing vitamin B12 deficiency owing to suboptimal intake. As vitamin B12 is essential for the synthesis of nucleic acids, erythrocytes and in the maintenance of myelin, deficiency may result in a variety of symptoms. Some of these symptoms may be severe while others may be irreversible. The objective of this review was to assess vitamin B12 deficiency, based on reported serum vitamin B12, among individuals adhering to different types of vegetarian diets. A systematic literature search was carried out using multiple search engines including PubMed, Medline, CINAHL plus, ERIC, Nursing and Allied Health Collection and Nursing/Academic Edition. The inclusion criteria consisted of original studies that assessed serum vitamin B12, studies written in English, non-case studies and studies that reported actual percentages of vitamin B12 deficiency. Forty research studies were included. The deficiency prevalence among infants reached 45%. The deficiency among the children and adolescents ranged from 0 to 33.3%. Deficiency among pregnant women ranged from 17 to 39%, dependent on the trimester. Adults and elderly individuals had a deficiency range of 0–86.5%. Higher deficiency prevalence was reported in vegans than in other vegetarians. Thus, with few exceptions, the reviewed studies documented relatively high deficiency prevalence among vegetarians. Vegans who do not ingest vitamin B12 supplements were found to be at especially high risk. Vegetarians, especially vegans, should give strong consideration to the use of vitamin B12 supplements to ensure adequate vitamin B12 intake. Vegetarians, regardless of the type of vegetarian diet they adhere to, should be screened for vitamin B12 deficiency"

Ich glaube, jedes weitere Wort zu diesem skandalösen Standpunkt der veganen gesellschaft deutschland e.v. erübrigt sich angesichts der Faktenlage.

Eine Ernährung, die einer Substitution von essentiellen Nährstoffen bedarf, kann niemals natürlich und dem Menschen artgerecht sein. In diesem Fall konzentriert sich die Diskussion auf Vitamin B12, als einem von vielen typischerweise bei Veganern defizitären Nährstoffen.

Wer sich nach den Leitlinien der Steinzeiternährung ernährt, was nolens volens den Konsum von Fleisch, Fisch und Eier - nicht aber von Milchprodukten einschließt - wird solche Risiken ohne jegliche Probleme von sich und seinem Nachwuchs fernhalten können. Warum? Weil diese Ernährung unserer biologischen Art gerecht ist. Veganismus nicht. Sonst würde es dieser alarmierenden Appelle aus der Wissenschaft nicht bedürfen.

Liebe vegane gesellschaft deutschland e.V. - Ihr habt keine Ahnung, wovon Ihr redet, davon aber außerordentlich viel. 

Stellt Euch Eurer Verantwortung und klärt schwangere Frauen in Eurem Leserkreis dringend über die nachweislich massiven Risiken einer veganen Ernährung einer werdenden Mutter für die Gesundheit des werdenden Lebens auf.

Ihr macht Euch ansonsten mitverantwortlich für schwere gesundheitliche Schäden von Säuglingen, Kindern und späteren Erwachsenen infolge Eurer abwegigen Ernährungsempfehlungen!

.

Kommentare:

  1. Sebastian Bechtel10. April 2014 um 17:22

    "die nicht nur auf tierischen Produkte, sondern auch konsequent auf Groß-/Kleinschreibung verzichtet", "Großbuchstabenphobiker" bitte hör auf, ich sterbe vor Lachen!! :P

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  2. "Vegans who do not ingest vitamin B12 supplements were found to be at especially high risk."

    Jemand, der kein B12 aufnimmt, lebt also in dem Risiko, einen B12-Mangel zu entwickeln. Grandiose Entdeckung. :D

    Glücklicherweise kann man das halt einfach machen (ausreichend B12 nehmen), als vegan lebender Mensch und auch als vegan lebende Schwangere. Ein B12-Mangel entsteht nicht, wenn man ausreichend B12 nimmt. Machen befreundete Mütter von mir - ohne Mangel bei ihnen oder ihren Kindern.
    Einen wissenschaftlichen Appell bedarf es lediglich bezüglich der Menschen, die vegan leben und *nicht* für eine angemessene Aufnahme von B12 sorgen.

    Übrigens wird B12 von Bakterien gebildet. Das gewonnene B12 in Nahrungsergänzungsmitteln wird ebenfalls von Bakterien gebildet. Wo ist das Problem? Wieso sollte letzteres zum gesundheitlichen Niedergang führen und - falls diese Meinung hier vertreten wird - gibt es dafür auch Zitate aus wissenschaftlichen Publikationen?

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    1. Ja genau - man muss als VeganerIn eben einfach ausreichend B12 in Form von Nahrungsergänzungsmitteln einnehmen, weil eine vegane Ernährung diese nun mal nicht bzw. nicht annähernd ausreichend liefert, wie die Studienergebnisse zeigen. Der Punkt ist, dass eine Ernährung, die einer Ergänzung durch Produkte aus der Apotheke bedarf nie und nimmer eine artgerechte Ernährung des Menschen sein kann. Nach meiner Überzeugung ist es ein Recht auf Niveau eines Grundrechtes eines jeden Menschen (wie jedes anderen Lebewesens auch), sich artgerecht ernähren zu können. Dazu gehört nun einmal eine Ernährung die eine vollumfängliche Versorgung mit allen essentiellen Nährstoffen gewährleistet, ohne auf Krücken aus der Apotheke zurückgreifen zu müssen. Und so eine Ernährung kann dann per se nicht eine vegane sein.

      B12 ist übrigens nur eine "vegane Mangelbaustelle".

      B12 ist in tierischen Lebensmitteln in optimal verwertbarer Form enthalten. Der Mensch hat keine Bakterien im Darm, die ihm B12 liefern würden, sonst gäbe es das Mangel-Problem nicht, auf das die Studien verweisen.

      Wie die NEM-B12-Präparate gewonnen werden, ist allenfalls für Ideologen der veganen Szene relevant. Für Paleoten auf jedne Fall nicht, denn die bekommen reichlich B12 über die tägliche Nahrung und sind auf Supplementierung nicht angewiesen - weil sie sich artgerecht ernähren.

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