Dienstag, 22. April 2014

Never-Ever Paleo: Cashews


Foto: pixabay
Ein weiterer Fall für die Paleo-Polizei: Die in oberflächlich informierten Paleo-Kreisen allseits beliebten Cashew-Kerne.

Oh, no! Er schon wieder - warum denn die auch noch, wo ich die doch so gerne esse?!? Und das wo doch bald die Fußball-WM beginnt - was soll man denn da noch knabbern?!?

Was habe ich an Cashews als angeblich paleokonformes Nahrungsmittel auszusetzen? Vieles!

Es beginnt mit der Herkunft der Kerne der Frucht des Kaschubaumes, des Kaschuapfels, von dem die "Nüsse" stammen: Es waren die Portugiesen, die nach der Entdeckung Amerikas 1492 den Baum und seine Früchte in Brasilien auftaten und sie von dort im 15. und 16. Jahrhundert nach Indien und Afrika brachten.

Da der Homo sapiens - und mit ihm sein Stoffwechsel - nun einmal in Afrika evolvierte, kam er erst sehr, sehr spät in Kontakt mit den Samen dieser Pflanze, die in seiner ursprünglichen Heimat erst vor rund 400 Jahren heimisch wurde. Das alleine muß aber noch kein K.O.Kriterium sein, denn dieses Manko betrifft auch andere Pflanzen, die man im Rahmen einer emulierten Paleo-Ernährung des 21. Jahrhunderts als konform mit dem Konzept einstufen kann (z.B. Kokosnuss, Avocado).
von Robert Bock

Samstag, 19. April 2014

Καλό Πάσχα - Frohe Ostern!

Foto: ΙΣΧΣΝΙΚΑ-888
In diesem Jahr ist es wieder einmal der Fall: Das griechisch-orthodoxe Osterfest und das unsrige fallen auf das gleiche Wochenende.

Ich habe eine intensive persönliche Verbindung zu diesem wunderbaren Land und seinen Menschen, und das bereits seit inzwischen mehr als dreiundzwanzig Jahren, als ich mich in eine Griechin verliebte und sie sich in mich. Diese Liebe hielt - trotz oder wegen aller Mentalitätsunterschiede - dreizehn Jahre lang und ich bin froh, dass mich bis heute herzliche Freundschaft mit ihr und ihrer Familie verbindet. Hast du eine Griechin zur Partnerin, dann hast du zugleich eine riesengroße Familie. Wer den Film My Big Fat Greek Wedding gesehen hat, kann sich vorstellen, wovon ich rede.

Mein Land der Griechen - Hellas - , das sind nicht bloß seine herrlichen Landschaften, seine große Geschichte, seine Speisen und seine uralte, so reiche Kultur, es ist auch die Weite der Herzen der Griechinnen und Griechen, deren Lebensweg glücklicherweise den meinen kreuzten. Hätte ich ein zweites Herz in meiner Brust, es schlüge griechisch.

Ich schreibe sei einiger Zeit an einem Roman, dessen Handlung in weiten Räumen der erzählten Zeit auf der Insel Kephalonia spielt. Ich habe lange überlegt, ob ich Euch eine Passage aus meinem noch unfertigen künftigen "literarischen Erstlingswerk", wie man wohl sagt, als "Sneek Preview" lesen lassen soll. Meine hochgeschätzte Blogger-Kollegin Sudda Sudda, die ich um Rat bat, meinte: "Machet!"

Sudda hat übrigens gerade ihr erstes LCHF-Buch auf den Markt gebracht, das ich Euch ans Herz legen möchte, wenn ihr Euch für LCHF interessiert und Spitzenunterhaltung im lockerflockigen, doch stets fachlich fundierten Sudda-Style zu schätzen wisst.
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Machet, sagte Sudda, meine Olitschka redete mir ebenfalls zu, es zu tun, und so sei es. Ich machet.
von Robert Bock

Donnerstag, 17. April 2014

Neues von den Hadza

Foto: Andreas Lederer, wikicommons
Nein, ich mache keine Werbung für einen japanischen Automobilkonzern und habe mich auch nicht verschrieben, es dreht sich um eines der letzten noch als Jäger und Sammler lebenden Völker, das Volk der Hadza in Tansania. Neulich erst habe ich Euch mit dem Thema des Zusammenhanges zwischen unserer Gesundheit und unserer Darmflora unterhalten, und wie es der Zufall will, gibt's heute Anlaß für einen Nachschlag.

Ein deutsch-italienisches Forscherteam bat Italiener und Hadza um Stuhlproben und analysierte diese hinsichtlich Unterschieden in der jeweiligen Darmflora. Ein Job, nebenbei bemerkt, um den ich sie nicht beneide.

Die Erkenntnisse haben sie jetzt in einem angesehenen Fachmagazin publiziert - und was ich sehr schön finde, man kann ihn bereits jetzt kostenlos komplett lesen.
von Robert Bock

Gemein: Olga tappt in die Schokoladen-Falle!


Foto: R. Bock

von Robert Bock

Mittwoch, 16. April 2014

Low-Carb-Mythen (4): Das Eskimo-Märchen

Foto: pixabay
Jeder, der die Standardliteratur der Low-Carb-High-Fat (LCHF)- und Atkins-Szene gelesen hat, kennt sie, die Legende vom vor Gesundheit nur so strotzenden, weil in Dauerketose lebenden Inuit (Eskimo).
Die Bedenken, die von verschiedenen Seiten geäußert werden, ob denn ein Leben in ununterbrochener, "chronischer" Ketose, die letztlich nur über eine recht karge Zufuhr an pflanzlicher Nahrung zu bewerkstelligen ist, über lange Zeiträume gesund sein kann, wird mangels valider, reliabler und unter kontrollierten Bedingungen entstandenen Langzeitstudien von den Promotoren ketogener Diäten mit dem Hinweis auf das Volk der Inuit und ihre gute Gesundheit beantwortet. Die Inuit würden mehr oder weniger ganzjährig ketogen leben, die Inuit wären pumperlg'sund, wie wir Bayern sagen, ergo ist chronische Ketose der Schlüssel zur Gesundheit. Soweit die übliche Argumentationskette.


Doch stimmt das überhaupt? War denn die Nahrung der Inuit tatsächlich geeignet, in dauerhaft stabiler, sogenannter chronischer Ketosis zu leben?

Ich schreibe "war": Leider gibt es heute so gut wie keine Angehörigen dieser Volksgruppe mehr, die noch den traditionellen Lebenstil der arktischen Jäger und Sammler pflegen. Man kann sie also nicht mehr durch die Mangel diverser Messungen drehen, um Zweifelsfragen zu klären. Die Masse der Inuit ist heute seßhaft und ernährt sich von einer Western Standard Diet, was ihnen freilich - wie uns auch - ziemlich schlecht bekommt.

Die Low-Carb-Szene hat im Grunde nur einen Zeugen ihrer Thesen: Einen mehr oder weniger erfolglosen Erforscher der Arktis namens Vilhjálmur Stefansson (1879-1962).
von Robert Bock

Dienstag, 15. April 2014

Topfgucker (15.April 2014)

Eins... 
von Robert Bock

Never-Ever Paleo: Fermentiertes Gemüse

Foto: bdubay, wikicommons
Schon seit geraumer Zeit gibt sich eine wachsende Zahl selbsternannter ExpertInnen unserer, an altsteinzeitlichen Vorbildern orientierten Ernährungsweise, einer absonderlichen Leidenschaft hin: Sie zerkleinern Gemüse, füllen es in große Behältnisse und überschütten es mit heißem Wasser, in dem sie zuvor beträchtliche Mengen an Salz, gelegentlich auch vermengt mit anderen Zutaten wie Honig und Gewürzen, aufgelöst haben. Milchsauere Vergärung, Fermentation, ist das Zauberwort und auf manchen Seiten im WWW, die das Attribut "Paleo" tragen, hat man den Eindruck, dass das, was da getrieben wird, tatsächlich altsteinzeitlichen Ernährungspraktiken entspräche.

Tut mir von Herzen leid, Leute - nachdem ich schon beim Thema Nussmehlnachbauten, Cassava/Maniok und Süßkartoffeln die "Paleo-Polizei" spielen mußte, kann ich mir auch bei diesem Thema Widerspruch nicht verkneifen:  
Weder ist das Fermentieren von Gemüse paleo, noch ist es nachgewiesen, dass es gesundheitliche Vorteile bringt. Vielleicht handelt es sich beim Konsum solch denaturierter Nahrung gar um einen derjenigen Faktoren, die zur katastrophalen Verschlechterung der Gesundheit der Menschen in der Folge der Neolithischen Revolution beitrugen?
von Robert Bock

Montag, 14. April 2014

Vegetarische Ernährung für Kleinkinder?

Foto: pixabay
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) tut das, was man dem Namen nach von ihr erwarten darf - sie klärt auf.

So auch auf ihrem Webportal kindergesundheit.info.de. Dort finden sich unter anderem Ernährungsempfehlungen für Kinder im Alter von 1-6 Jahren. Dort wiederum aufbereitet, Aufklärung zur Eignung vegetarischer Ernährung für den Nachwuchs in dieser Altersgruppe.

Neulich ging ich der Frage nach, ob sich werdende Mütter vegan ernähren sollten und welche gesundheitlichen Hypotheken sie ihren Kindern damit potenziell auf den Lebensweg geben, wenn sie sich dafür entscheiden, komplett auf Nahrungsmittel tierischer Herkunft während der Schwangerschaft zu verzichten, heute will ich mit Euch gemeinsam einen kritischen Blick auf die Leitlinien der BZgA für eine vegetarische Ernährung für Kleinkinder werfen.

Packt schon mal die Schreikissen aus, damit gegebenenfalls die Nachbarn nicht aufgrund Eurer Verzweiflungschreie bei der Lektüre der Tipps der BZgA die Polizei alarmieren ... .
von Robert Bock

Samstag, 12. April 2014

Never-Ever Paleo: Süßkartoffeln (Sweet Potatoes)

Photo by miya, wikicommons
Da erjagt und ersammelt meine Olga doch neulich bei Edeka tatsächlich ein paar dieser komischen Süßkartoffeln. Ich frag sie, welches Schwein sie damit zu füttern vorhätte, und wisst Ihr, was die Kleine mir antwortet? "Na Dich!" 
Man sollte hart im Nehmen sein, mit einer Russin an seiner Seite, sonst erschlägt einen der manchmal herbe Charme der Taiga.

Ich habe Euch die Speck-Puffer, die wir u.a. daraus gemacht haben in der Rubrik Topfgucker vorgestellt. Bis dahin hatte ich mich nicht intensiver mit Süßkartoffeln beschäftigt und auch bewußt nur sehr selten mal irgendwo gegessen. Nun, das Zeug schmeckte nicht mal übel (Olga ist allerdings der Überzeugung, dass selbst Pappkarton mit ein wenig Speck zu einer kulinarischen Sensation würde), mein Kenntnisstand war, dass diese rotbraunen, länglichen Dinger paleotechnisch akzeptabel seien, ich wurde neugierig und so habe ich ein wenig recherchiert.

Hätte er das mal lieber bleiben lassen, höre ich Euch schon präemptiv aufstöhnen.... .

Ich werde heute, als Ergebnis meiner Recherche, nämlich der Süßkartoffel, einem neben Nussmehlen und Cassava/Maniok weiteren "Lieblingsausweichprodukt" der Paleo-Szene, den Platz zuweisen müssen, den sie im manchmal harte Schatten schlagenden Lichte der ernährungsphysiologischen Faktenlage m.E. verdient hat: Den Platz außerhalb Eures Einkaufskorbes, fern Eurer Küche und noch ferner Eures Verdauungstraktes.
von Robert Bock