Freitag, 17. Juli 2015

Topfgucker: Melizano-Kolokithosalata mit gebratener Hühnerbrust


Heute hab ich mal frech und eigenmächtig die griechische Küche um eine neue Variante erweitert, indem ich die klassische Melizanosalata um Zucchini ergänzt habe: Melizano-Kolokithosalata. Probiert es aus - uns hat es mehr als überzeugt.
von Robert Bock

  1. 2 Auberginen (*) (Melizanes) und 2 Zucchinis (Kolokithakia) grob schneiden, mit Salz, Pfeffer, Knoblauch, Oregano, dem Saft einer Zitrone und einem ordentlichen Schuß guten Olivenöls (ich verwende Spyridoula's 100% aus der Patrinia-Olive von der griechischen Peloponnes) in einem gusseisernen Topf bei 180 Grad Umluft etwa 40 Minuten bei geschlossenem Deckel garen.
  2. Hühnerbrüste längs grob in etwa je 3 gleich große Tranchen schneiden, mit Olivenöl einreiben und nach Vorliebe würzen. Ich habe diesmal orientalische Biryani-Gewürzmischung (ohne Chemie und pipapo!) von meinem türkischen Lebensmitteldealer verwendet. Kein Salz, sonst läßt das Fleisch auch bei guter Qualität zu schnell Wasser und wird trocken. Salzen immer erst gegen Ende des Garens.
  3. Ein wenig Olivenöl und in einer gusseisernen Pfanne bis knapp unter dem Rauchpunkt erhitzen. Ich verwende zum scharfen Anbraten ein raffiniertes Olivenöl, weil sich dieses höher erhitzen läßt. Spyridoula's Luxusöl ist mir hierfür auch zu schade ... Hühnerbrusttranchen von allen Seiten scharf anbraten, Hitze halbieren, Saft einer halben Zitrone angießen und einreduzieren lassen.
  4. Derweil das heiße Gemüse in einer Küchenmaschine mit dem Saft einer halben Zitrone, dem Garsaft im Topf und noch einem Schuß Spyridoula's 100%, mit Salz und Pfeffer (oder Chilli (*)) abschmecken, pürrieren und anrichten.
  5. Mit der durchgegarten Hühnerbrust servieren. Kali orexi!
  (*) = bedingt paleo - Straight-Edger lassen diese Zutaten weg oder ersetzen sie paleokonform



Noch ein Wort zur Biryani-Gewürzmischung: Die meine besteht aus Senfsaat braun, Zwiebel, Kurkuma, Cardamom, Tellicherry-Pfeffer, Kreuzkümmel, Zimt, Sternanis, Nelken und Lorbeerblatt. Wer ein wenig Vorstellungsvermögen hat, kann sich vielleicht vorstellen, wie außerordentlich gut diese Gewürzmischung zu Hühnchen, aber auch zu Rind oder Lamm schmeckt, selbst wenn man es abseits des traditionellen Gerichtes einsetzt. Achtet beim Einkauf (wie stets) darauf, dass keine Geschmacksverstärker und sonstiges E-Nummern-Zeug auf der Packung steht.



Birynai ist an sich ein Reisgericht, das es in verschiedenen Varianten vom mittleren Osten bis Südostasien gibt.

Wikipedia schreibt dazu:

"Biryani (auch Birijani; Urdu: بریانی; Hindi: बिरयानी, biryānī) ist ein Reisgericht. Der Name Biryani entstammt dem persischen Wort beryā(n) (بریان) und bedeutet „gebraten“, „geröstet“. Regionale und lokale Varianten von Biryani gibt es im ganzen Mittleren Osten bis nach Südostasien. Hauptbestandteil ist gewürzter Reis, besonders Basmatireis. Dazu gibt man gewürztes und gebratenes Fleisch wie etwa Lamm, Hammelfleisch, Hühnchen oder Rindfleisch. Auch vegetarische Variationen sind möglich und gelegentlich isst man Biryani mit gekochten Hühnereiern. Typisch sind außerdem Zwiebeln, Chilis und Nüsse, die man gebraten dem Reis zufügt. Das Gericht kann weiter mit Rosinen sowie anderen Zusätzen verfeinert werden. Beliebt sind Varianten mit Joghurt, Gemüse oder Mango-Chutney. Mittlerweile findet man spezielle fertige Gewürzmischungen im Handel."



Dazu gab es einen 2014er Spätburgunder vom Weingut Meinzinger in Frickenhausen/Main. Wie Rotwein zu Geflügel? Why not? Ein Spätburgunder, der nicht im Holz ausgebaut wurde und noch recht jung ist, passt ausgezeichnet zu Gerichten wie diesem. Man sollte nur darauf achten, dass er ausreichend Frucht mitbringt, damit er sich gegen die Zitrone am Essen durchsetzen kann. Im Fall des noch recht jungen Franken klappte das hervorragend. Wir sind froh, noch ein paar Flaschen zu haben. Ich glaube, dass er seinen Zenit erst in etwa fünf Jahren erklimmen wird.

Soll es ein Weißwein sein, dann ebenfalls etwas mit gut spürbarer Frucht ("halbtrocken", "feinherb"). Olga meint: Eine Scheurebe oder ein Muskateller/Goldmuskateller könnten harmonieren.



Kommentare:

  1. Schön, wieder Rezepte hier zu lesen!
    Und Dank für die Erinnerung, wie man Zucchini noch verarbeiten kann - unsere sind im Hochleistungsmodus und wir zudeln uns so durch. Nicht daß ich mich beschwere, wir lieben die Saison.
    Bei den Gewürzen halte ich es wie Du: wenn ich schon selber koche, dann will ich es mir nicht durch zweifelhafte Gewürze verunstalten. Meinen Hauptdealer treffe ich vielleicht 1x im Jahr, sonst im Internet. Hauptsache Volldeklaration.
    Sonnige Grüße, Katja

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    1. Danke Katja! Es gibt noch einen älteren Blog-Beitrag mit einer mit Lachsfarce gefüllten Zucchini auf Tomatensauce, falls du weitere Anregungen für Zucchini suchst. LG Robert

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