Donnerstag, 10. April 2014

Gastbeitrag: Vegane Erfahrungen

Ich freue mich darüber, Euch heute einen Gastbeitrag von Barbara, einer Leserin meines Blogs zur Lektüre ans Herz legen zu dürfen. 

Barbara schrieb mich auf einen meiner Artikel, die sich kritisch mit den Lehren des Veganismus auseinandersetzten an, und das was sie mir zu erzählen hatte, das hat mich damals sofort berührt. 

"Barbara", schrieb ich ihr, "wie wäre es, wenn Du Deine Erfahrungen als langjährige überzeugte Veganerin und wie es dazu kam, dass Du Deinem Leben eine andere Richtung gegeben hast, mit einem breiteren Publikum teilen würdest? Möglicherweise sind dir andere Menschen, die das Gefühl haben, den falschen Weg eingeschlagen zu haben oder auf dem Weg dazu sind, froh, wenn du sie an deiner Lebenserfahrung teilhaben läßt und ihnen Input gibst, der nicht die angeblich rosaroten Seiten des Veganismus wiedergibt, sondern eher ein ungeschminktes Kontrastprogramm." 

Barbara wollte - und heute habt Ihr die Gelegenheit, Euch ihre Erfahrungen ein Stück zu eigen zu machen, sie gegebenenfalls an den Euren zu spiegeln (ich weiß, dass unter meinen Leserinnen und Lesern viele Ex-Vegetarier sind) oder sie - einfach nur so - auf Euch wirken zu lassen.

Nun übergebe ich das Wort an Barbara und verweise auf die Kommentarfunktion am Ende ihres Artikels.  Barbara freut sich bestimmt auf Euer Feedback.





Vegane Erfahrungen

von Barbara




Ich habe ungefähr 7 Jahre vegan gelebt und sehe diese Sache im Nachhinein sehr kritisch. Meine Kritik an der veganen Ernährung resultiert aus meinen Erfahrungen damit. Diese Erfahrungen sind sehr individuell und persönlich. Es gibt natürlich Menschen, die behaupten, seit 20 Jahren ohne jede Probleme vegan zu leben. Bei mir funktioniert das definitiv nicht ohne Apotheke in Reichweite. Und selbst mit Apotheke ist die Lebensqualität herabgesetzt.



Als Kind hatte ich einen ausgeprägten Ekel vor Fleisch. Das war der Grund, wieso ich es für Jahrzehnte niemals gegessen habe. Mit Mitte 40 habe ich dann zu meinem großen Erstaunen festgestellt, dass nicht nur der Ekel weg ist, sondern dass es mir ausgesprochen gut tut.

Nach einer etwas orientierungslosen vegetarischen Phase in meiner Jugend habe ich die Makrobiotik kennengelernt. Die makrobiotische Ernährung empfiehlt neben viel vollwertigem Getreide und Gemüse, Hülsenfrüchten, Sojaprodukten, Meeresalgen usw. auch drei mal die Woche Fisch. Den habe ich aber einfach weggelassen, weil ich keine Lust drauf hatte. So wurde ich dann relativ zügig vegan.
Je nachdem, wie schlecht man sich vorher ernährt hat, geht es einem damit erst mal richtig gut.

Das Problem bzw. das Schwierige ist, dass B12 in der Leber gespeichert wird, dass man nur winzige Mengen davon braucht und dass es lange, jahrelang, dauern kann, bis dieser Speicher leer ist. B12 kommt nur in tierischen Nahrungsmitteln vor, logischerweise am meisten in Leber. Wenn man nur Pflanzen isst, nimmt man kein B12 auf. Der Speicher ist also irgendwann leer.
Das bedeutet, dass ich als Veganer jahrelang glücklich und zufrieden leben kann und viel Zeit habe, an meinen Überzeugungen zu basteln, mich dort einzurichten und wohlzufühlen. Ich stoße automatisch auf Bücher und auf Leute, die meine Erfahrungen bestätigen. Ich hatte damals ein Buch, das die Ergebnisse vieler Studien zusammenfasst, die allesamt aussagen, dass Fleisch, Milchprodukte und Zucker gleichermaßen hochgradig ungesund seien. Davon war ich dann auch felsenfest überzeugt. Die vegane Ernährung war also in den ersten Jahren ein voller Erfolg. So geht es wohl Vielen. Deshalb kann man es kaum glauben, dass es langfristig eben doch nicht funktioniert und es fällt einem sehr schwer, damit einfach aufzuhören.

Die Veränderungen kamen sehr langsam und schleichend. Ich stellte fest, dass meine Hände kribbeln, dass meine Tatkraft schwindet, dass ich mutlos, passiv, leicht depressiv wurde. Außerdem war ich müde, erschöpft, lethargisch und habe mich immer mehr zurückgezogen. Diese Tendenzen waren mir nicht grundsätzlich fremd, solche Phasen kommen im Leben immer mal vor. Es fiel mir anfangs sehr schwer, das mit der Ernährung in Zusammenhang zu bringen. Es wurde mit der Zeit dann schlimmer in der Form, dass ich innerlich unruhig wurde und sich ein wachsendes Unbehagen breitmachte. Irgendwann ließ ich dann mal meinen B12-Status untersuchen, und ich hatte meinen Mangel dann amtlich.
B12-Mangel führt zu Erschöpfung, Angst, Depression und letztlich zu einer speziellen Form von Anämie. Wenn der B12-Wert sinkt, erhöht sich der Wert einer Substanz namens Homocystein. Erhöhte Homocysteinwerte führen zu Arteriosklerose und begünstigen Herzinfarkt und Schlaganfall. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: meine supergesunde vegane Ernährung kann mir einen Herzinfarkt bescheren! Ich dachte immer, dass wäre die Domäne der Fleischesser. Aber so ist es nicht!!

Rüdiger Dahlke schreibt in einem Artikel mit dem schönen Titel „Essen für den Frieden“ über die vegane Ernährung: „Wir werden dadurch nicht nur spürbar gesünder, angstfreier und leichter, sondern auch besser durchblutet, energetischer und friedlicher.“
Exakt das Gegenteil ist der Fall. Mein Körper war im Stress, ich hatte weniger Energie, ich war nicht besonders friedlich sondern schnell genervt und gereizt. Und hatte ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Und so nette Sachen wie Depression und Anämie waren auch nicht weit entfernt.
Rüdiger Dahlke ist Arzt und gibt in seinem Buch „Peace Food“ auch zu, dass Veganer B12 substituieren müssen. Auch ein Attila Hildmann erwähnt dies beiläufig in seinen Büchern. Da wären wir uns also einig. B12 ist extrem wichtig, ist nicht in pflanzlicher Nahrung enthalten und muss auf anderem Wege über Pillen oder Spritzen zugeführt werden. Das klingt dann nicht mehr so gut, aber erstaunlicherweise haben die genannten Autoren weder ein logisches noch ein moralisches Problem damit, ihren Lesern eine Mangelernährung als „gesund“ zu verkaufen.
Dahlke und viele andere berufen sich auf die sog. China-Studie. Ich habe die nie gelesen, aber ich weiß, man hat eine vegan lebende Bevölkerungsgruppe in China untersucht, die im Vergleich zu irgendeiner Fleischesser-Gruppe viel, viel gesünder sein soll. Diese Studie soll das ultimative Argument, der schlagende Beweis dafür sein, dass die optimale Ernährung für alle die vegane ist. Ich bin keine Ernährungswissenschaftlerin und habe keine Ahnung von Statistik, aber mir fällt auch so auf, dass da irgendwas nicht stimmen kann. Wenn die vegan lebende Gruppe - es handelt sich dabei um Landbevölkerung, nicht um Städter - tatsächlich so kerngesund sein soll, dann gibt es dafür nur folgende Erklärungen:

die chinesischen Bauern sind bestens mit B12-Supplementen versorgt (eher abwegig),
die Chinesen machen´s wie die Inder: ihr Gemüse ist angereichert mit Insekten und deren Ausscheidungen, und am besten noch mit Spuren von Dung. Dann kriegt man nämlich keinen B12-Mangel. Man hat dies bei einer vegan lebenden Population in Indien untersucht. Als einige aus dieser Gruppe dann nach England auswanderten und ihre Ernährung beibehielten, entwickelten sie nach einiger Zeit einen B12-Mangel. Warum? Weil sie ihr Gemüse im Supermarkt einkauften, und das war leider hygienisch sauber. Tja, wenn das so ist, dann muss man das auch ehrlicherweise offen sagen, und dann müssen auch die veganen Kochbücher umgeschrieben werden. Ein bisschen mehr Dreck, hier mal ein Würmchen, dort mal ein kleines Krabbeltier am Gemüse, das wäre dann unabdingbar. Und das muss mitgegessen werden! Damit wäre die vegane Idee in unseren Breiten erledigt. Aber wir haben ja glücklicherweise unsere Apotheken und genug Geld, um uns mit künstlich erzeugtem B12 einzudecken
oder die Ergebnisse sind zurechtgebogen. Darauf wird es wohl hinauslaufen, siehe dazu das schöne Video von Pollmer.

Ich kann mich erinnern, dass dieser Zustand von Unruhe und Unbehagen so schlimm wurde, dass ich hektisch in die nächste Apotheke rennen, mir B12-Ampullen kaufen und mir eine davon sofort subkutan – ins Unterhautfettgewebe - spritzen musste. Das Spritzen ist nicht weiter dramatisch, man kann sich dran gewöhnen. (Man kann auch Pillen nehmen, aber Spritzen ist effektiver.)
Kurze Zeit später ging es mir deutlich besser, Unruhe, Unbehagen und die damit verbundene düstere Stimmung verschwanden. Die B12-Problematik hat mich dann auch nicht dazu gebracht, meine Ernährung grundsätzlich zu überdenken, denn von der veganen Idee überzeugt war ich immer noch.

Noch eine andere, auffällige Veränderung stellte sich ein: mit der Zeit wurden die Abstände zwischen meinen Regelblutungen immer größer und dann hatte ich für mehrere Monate gar keine mehr. Das war mir durchaus recht, denn wenn ich sie hatte, war ich immer ziemlich ausgelaugt und fertig. Ich hatte den Eindruck, je mehr unfermentierte Sojaprodukte wie Tofu, Sojamehl, Sojamilch, Sojajoghurt usw. ich gegessen hatte, um so seltener bekam ich meine Blutungen. Es kann auch durchaus sein, dass da ein Zusammenhang besteht, denn Soja greift stark in den Hormonhaushalt ein und kann tendenziell zu Unfruchtbarkeit führen, wie ich Jahre später gelesen habe.
Seitdem ich regelmäßig Fleisch und vor allem Leber esse (Leber ist extrem hilfreich!), sind alle Symptome verschwunden: regelmäßiger Zyklus, viel weniger Schmerzen, kein Ausgelaugtsein mehr, im Gegenteil, ich bin jetzt - auch wenn ich meine Tage habe - richtig fit.


Auch diese Erfahrung konnte mich nicht von der veganen Ernährung abbringen. Ausschlaggebend war etwas anderes: meine Verdauungsbeschwerden. Jeden Tag auf´s Neue. Ein aufgetriebener Bauch, Blähungen und das Gefühl, mein Verdauungssystem ist total überlastet. Im Nachhinein sehe ich die Gründe in dem hohen Konsum von Getreide und vor allem von Soja. Soja enthält eine Substanz, die das Verdauungsenzym Trypsin hemmt und damit die Eiweißverdauung blockiert.
Das wusste ich damals leider nicht. Ich habe ahnungslos mein Sojadessert gelöffelt und mich danach furchtbar gefühlt. Es ärgert mich, wenn Soja als ganz normales, vollkommen harmloses und sogar „gesundes“ Lebensmittel in vegetarischen und veganen Kochbüchern empfohlen wird. Das ist es ganz sicher nicht, es hat viele Nachteile, aber keinen einzigen Vorteil. Ich habe unfermentiertes Soja komplett aus meinem Speiseplan gestrichen. Fermentierte Sojaprodukte wie Miso und Sojasaucen sind besser und man nimmt auch nur wenig davon als Gewürz.


Ich hatte gegen Ende meiner veganen Phase das Gefühl, mein Körper will die vielen Pflanzen einfach nicht mehr. Ich hatte immer wieder Durchfall und es kam auch vor, dass ich mich übergeben musste. Mein Essen war nicht verdorben und ich habe keine Essstörung, es war einfach ein drastisches Signal: so geht es nicht mehr, ich will dieses Essen nicht!
Ich war ratlos, hatte die Botschaft aber grundsätzlich verstanden. Es musste trotzdem noch einiges passieren, bis ich meinen Geist „umprogrammieren“, also die alten Überzeugungen gehen lassen und mich für neue Argumente öffnen konnte. Das dauert seine Zeit.


Es war dann gar nicht so einfach, im Bioladen bis zur Fleischtheke vorzurücken. Ich blieb einige Meter davor stehen und musste einen langen inneren Kampf ausfechten. Es ging nicht vor (zur Fleischtheke) und nicht zurück (den Laden ohne Fleisch verlassen). Wenn ich mich dann überwunden hatte, musste ich mich erst umgucken und sicher sein, dass mich niemand von meinen Bekannten sieht, und erst wenn die Luft rein war, bin ich hin zur Fleischtheke. Mir war damals durchaus die Komik der Situation bewusst und auch heute kann ich immer noch drüber lachen.


Nach einiger Zeit regelmäßigen Konsums von Fleisch und Leber (aber keine Milchprodukte, die sind nichts für mich) stelle ich fest: Ich muss kein B12 mehr spritzen, bin körperlich viel, viel fitter und auch psychisch in einer besseren Verfassung. Ich habe immer noch, obwohl ich dieses Jahr 52 werde, eine regelmäßige und fast schmerzfreie Regelblutung. Meine Verdauungsprobleme blieben mir noch ein paar Jahre erhalten, bis ich eines Tages begriffen hatte, dass sich Fleisch und Getreide nicht vertragen. Also habe ich jetzt seit 4 Monaten das Getreide gestrichen und es ist wesentlich besser geworden. Ich bin aber noch am experimentieren.


Für mich habe ich folgendes Fazit aus dieser Episode gezogen: der Geist ist empfänglich für bestechende Konzepte, aber diese - auch wenn sie noch so schön sind – dienen nicht unbedingt dem Körper. Der Körper kann dies eine Zeit lang tolerieren, aber irgendwann ist absolut Schluss. Und da muss mein Geist – auch wenn er noch so ehrgeizig ist – sich beugen und die schönen Pläne und Konzepte begraben. Das gilt für viele Dinge im Leben, klingt banal, ist aber nicht immer einfach umzusetzen. Aber wenn man es umsetzt, hält es einen lebendig, ist spannend, interessant und sehr lehrreich.


Barbara, 7.4.2014

Kommentare:

  1. ...wow, das nenne ich mal interessant und eindrucksvoll! Ich denke grundsätzlich muss man bei jeder Ernährungsumstelle vor allem auch auf seinen Körper hören, die Signale sind sicher da, man muss sie auch zulassen! Danke, dass du so offen über das alles berichtet hast!
    Liebe Grüße
    Beate

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  2. Ich finde es ist ein Wahnsinn heutzutage wieviele Lebensmittel oder Ernährungsformen als gesund angepriesen werden ohne die Fakten zu berücksichtigen, was gelogen und verdreht wird nur um es zu seinen Gunsten auszulegen. Und die Werbung tut dazu ihr übriges wenn ich das jeden Tag mitbekomme wird mir schlecht. Danke für deine ehrlichen Worte. Ich bin froh so eine Phase nie durchgemacht zu haben und wünsche dir weiterhin viel Erfolg dabei :-)
    LG Christoph

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  3. Ich bin jetzt erstmal überfordert,esse ebenfalls vegan und weiss jetzt auch gar nicht mehr was oder wie ich essen sollte.Soja gehört praktisch zu meinem Leben...

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    1. Hallo lily rose,
      Das Gefühl kenne ich bestens, auch jetzt noch. Es geht m. E. darum, sich die Freiheit zu nehmen, immer wieder mal was Neues auszuprobieren und zu spüren, wie es einem damit geht. Was andere sagen, hat auch seine Bedeutung, aber in erster Linie geht es darum, was du spürst und was für dich stimmt. Das ändert sich im Laufe der Zeit auch öfters mal. Ich versuche, mich nicht mehr so an einer Sache festzubeissen. Dann ist es etwas leichter, sie loszulassen. Früher war für mich ein Frühstück ohne Misosuppe unvorstellbar. Aber im Laufe der Zeit haben sich einige Alternativen ergeben. Es finden sich Alternativen, wenn man sich für neue Experimente und Erfahrungen öffnet. Meistens. Wenn sich keine Alternativen auftun, warte ich einfach ab und bleibe solange beim Alten. Mach dir keinen Stress.
      Liebe Grüsse
      Barbara

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  4. Ich bin zeitlebens Mischköstler und esse etwa 1-2x die Woche Fleisch. Soja hab ich von vornherein abgelehnt, weil ich den Geschmack und die Konsistenz widerlich bis ekelerregend finde. Wir Menschen sind einfach keine Kühe mit Magen und Vormagen und widerkäuend. Der Mensch ist Mischköstler und wenn mans ganz brutal ausdrücken will Aasfresser, wobei das Aas nicht allzulange tot und in der Sonne gelegen haben sollte:-) Unser Körper hat nicht die Enzyme um pflanzliches so aufzuspalten, daß es für die Ernährung reicht, sondern er nutzt die Pflanzen als Ballaststoff. D.h. eher unverdauliches als Füll- und Putzstoff fürs Gedärm. Wenn man das begriffen hat, dann muss man sich auch nicht mehr weiter selbst kasteien und kann das Leben ernährungstechnisch besser geniessen. Es muss nicht jeden Tag 3x Fleisch, Wurst oder Fisch auf den Teller, aber 1-2x die Woche ist es absolut angebracht.
    PS: Mich hat schon immer die missionarische Verkniffenheit der Vegetarier und Veganer gestört, die humorlos mit einem rumstreiten, was Essen betrifft. Ín Zukunft werd ich solchen Leuten raten mal nen B12 Status machen zu lassen, ehe ich mich mit denen rumärgere:-))

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  5. Sehr eindrucksvoll, Barbara! Danke dafür.
    Ich frage mich auch immer, wie so viele Leute eine Mangelernährung als natürliche Ernährung propagieren können und dabei einfach "... und B12, tja, das gibts dann als Spritze, Tablette oder Zahnpasta.. und ist eh schon zugesetzt bei vielen Produkten" raushauen können. Irgendwann landen wir alle noch bei soylent green (kann man sich ja im inet mittlerweile bestellen)

    Damit der Mensch ohne künstliche Produkte auskommt, braucht er offensichtlich, unbestreitbar tierische Produkte. Und unser Ziel sollte sein, diesen Tieren bis zu ihrem Tod das beste Leben zu ermöglichen, weil auch _uns_ so ein Tier zu gute kommt. Wenn ich's mir so überlege, sollten wir den Begriff "Nutztier" ablegen, so negativ er (zurecht) besetzt ist. Mehr Respekt vor dem Tier tut Not. "Brauchtier" wär doch was, denn: wir brauchen Tiere. Zeit, es endlich einzusehen.

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  6. Danke Robert, dass du das hier als Gastbeitrag teilst. Ich lese hier schon lange gerne leise mit und finde deine Beiträge informativ, gut recherchiert und immer sehr erfrischend.

    Liebe Barabara, Ich werde deinen Bericht gerne an meine gerade auf der neuen hippen vegan Welle schwimmenden Freundinnen weiterleiten, denen ich immer wieder davon abrate und sie warne.
    Auf meine eigenen schlechten Erfahrungen wollen sie nicht hören. Vielleicht hilft es jedoch wenn es einfach mehrer Stimmen gibt die ähnliche Gesundheitliche Probleme bekommen haben.
    Ich ernährte mich bereits mehrere Jahre in den 80er Jahren vegetarisch, teilweise laktovegetarisch u.a. auch mit Makrobiotik und / oder Natur-Rohkost (nach Schnitzer) da ich nach einer rebellischen Phase des absoluten Konsumverzichts (auch grad wieder in) mit entsprechend schlechter Ernährung auf der Suche nach gesunder Kost war. Mir ging es schlecht, war matt, blass und kraftlos, teilweise sogar aufgequollen, aber die "gesunde und vegetarische" Kost machte es noch schlimmer. Besonders das eingeweichte rohe geschrotete Getreide...Krämpfe und Übelkeit.. Und ich dachte: na vielliecht bin ich nur nicht konsequent genug....
    Irgendwann führte mich der Weg zum Glück zu einem sehr guten Arzt, der mich damals beschwor unbedingt Fleisch zu essen, denn mein Eisenvorrat war im tiefsten Keller, anderes hatte er nicht getestet. Ich ergänzte meinen Speiseplan dann vornehmlich mit Wild später Biofleisch und es ging mir rasch besser.

    Dein Bericht von der Fleischtheke kommt mir irgendwie bekannt vor. :-)
    Damit war meine vegetarische Zeit vorbei.
    Diese Erfahrung war für mich jedoch so einschneidend, am eigenen Körper erfahren, dass ich kein Freund dieses neuen Trends sein werde. Inzwischen esse ich auch kein Getreide mehr und orientiere mich an einer "artgerechten" Ernährung.
    Neulich schnappte ich mir dann mal so ein veganes Kochbuch um mal zu gucken auf was meine Freundinnen so schwören, ..... Ich bin erschrocken, denn es scheiden doch 90 % der Rezepte für mich aus, da sie entweder Getreide, sogar pures Gluten, Soja und deren weitere Ersatzprodukte erfordern.... Nein Danke
    Und das Argument, wenn man sehr geschickt kombiniert, hätte man alles, alle Nährstoffe. Tja wer schaffts das schon und wer ergänzt schon B12 oder Eisen? Da müsste man ja Pillen schlucken.

    Danke für deinen Beitrag, denn nicht nur dir erging es so....
    Viele Grüße
    Sabine



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  7. Bin gerade auf diesen Blog gestoßen, super interessant! Ich selbst esse weder vegan, noch vegetarisch, versuche aber möglichst bewusst und respektvoll mit Fleisch umzugehen und ab und an auch fleisch- oder tierfreie Rezepte auszuprobieren. Ich bin wirklich geschockt über was du schreibst... dass der Mensch B12 braucht, wusste ich, aber es klang immer so schön erklärt von all den Atillas da draußen "Gibts ja als Pillen!"... Ein kleiner schneller Satz um zu vertuschen dass das was man tut dem Körper so fern ist dass man sich in der Apotheke mit Medikamenten eindecken muss. Ich würde jedem Veganer oder denen die über den Wechsel zum Veganismus nachdenken deinen Artikel ans Herz legen, wirklich eindrucksvoll geschrieben. Ich bin froh dass es dir mit dem Fleischkonsum besser geht, wegen Verzicht solche Mangelerscheinungen und schon depressive Züge zu bekommen muss schrecklich sein... vor allem weil die Ernährung doch immer so gut und gesund und plausibel klingt und man sich als Fleischesser mittlerweile schon fast mehr rechtfertigen muss als Vegetarier und Veganer. Dann nach so langer Zeit auf seinen Körper zu hören hat bestimmt Kraft gekostet! Ich wünsch dir alles Gute, Danke für den tollen Artikel ♥

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    1. Hallo Fatolous,
      Du schreibst:"dann nach so langer auf seinen Körper zu hören, hat bestimmt viel Kraft gekostet."
      Ich würde es so ausdrücken: das dogmatische Denken aufzugeben, braucht erstmal einen gewissen Anstoß und auch Kraft, aber dann ist es sehr befreiend und gibt ganz viel Energie. Die Umstellung von Vollvegan auf Fleisch war eine der spannendsten, intensivsten und auch lustigsten Zeiten in meinem Leben. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, wie mein Körper reagieren würde, Fleisch hatte ich unter Zwang zuletzt in meiner frühen Kindheit gegessen. Es hat auf mich gewirkt wie eine Droge. Ich hab angefangen mit einem Schmalzbrot. Das habe ich mit äußersten Bedenken gegessen und bin dann zum Spätdienst ins Altenheim. Ich hatte so eine Energie, dass ich schon leicht euphorisch war und konnte die Nacht fast gar nicht schlafen, weil ich so aufgeladen war und mein Körper pulsierte. Das hat sich dann aber nicht mehr wiederholt. Als ich meine erste Leber gegessen habe, hatte ich das Gefühl, ich bin wieder auf der Erde angekommen. Ich bin wieder da. Es hat mir zwar nicht geschmeckt, aber das war egal. Mein Körper hat sich so umfassend genährt gefühlt, wie ich es vorher nicht kannte. Beim Fleisch war es ähnlich. Totale Erleichterung. Entspannung. Mein Kopf produzierte zwar immer noch Zweifel, aber mein Körper war glücklich. Diese intensiven Eindrücke hatte ich nur, weil ich vorher solange vegan gelebt hatte und nur für kurze Zeit. Danach wird alles wieder normal.
      Aber diese Zeit war echt toll!
      Danke an alle für eure Kommentare und viele Grüsse
      Barbara

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    2. Liebe Barbara, ich kann den ARtikel nicht lesen, es ist alles zu blass. Aber den Kommentaren entnehme ich, dass Du Deine vegane Ernährung aufgrund gesundheitlicher Probleme aufgeben musstest. Und was soll ich sagen? GENAU SO GING ES MIR. Ich war gerne vegan. Ich habe es geliebt, mir immer wieder neue Gemüserezepte auszudenken, mal als Salat, mal als Brotaufstrich, als Curry oder als Eintopf. Aber es ging mir immer schlechter. Meine Verdauung - naja. Sag ich jetzt mal nix zu. Meine Kondition: im Keller. Meine Blutwerte: unterirdisch. Mein Hausarzt hat mir dringend ans Herz gelegt, das eine oder andere an tierischen Produkten zu essen. Und als ich letzten Freitag mit dem Fahrrad nach 30 km (eher weniger) mit zitternden Knien zuhause ankam und den ganzen Abend nur kraftlos vor mich hinstieren konnte, habe ich es begriffen. Seitdem, seit knapp 5 Tagen, esse ich tierische Produkte und ja, es setzt anfänglich fast ein HIGH ein. Es geht einem soooo gut! Mit einem simplen Rührei! Mit einem Stückchen Lachs! Nach fast genau 2 Jahren vegan weiß ich jetzt: das is nix für mich, nie mehr.

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    3. So ...nun müsste der Artikel zu lesen sein. Sorry!

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  8. Danke für deinen Bericht Barbara.

    Ich habe mich zwar nie vegan oder vegetatisch ernährt, aber doch stark Kohlenhydrat und Zucker lastig, fettarm, wenig Eier, Käse & Wurst. Im Prinzip ging es mir aber irgendwann wie dir (Mangelerscheinungen).


    Mein Mann hat dann aus gesundheitlichen Gründen von heute auf morgen seine Ernährung auf glutenfrei und kohlenhydratarm umgestellt. Es hat ca. 1 bis 2 Wochen gedauert und dann konnte ich morgens dem Rührei mit Speck nicht mehr widerstehen und habe meinen geliebtes Bütterchen stehen gelassen.

    Seitdem (1,5 Jahre) habe auch ich meine Ernährung umgestellt. Der Kopf wollte nicht, aber mein Körper, der innere Drang und dann die Verbesserungen, die dann eingetreten sind, haben mich überzeugt.


    Und ich bin froh das es so gekommen ist. Ich habe mich noch nie so fit gefühlt und bekomme auch von Aussenstehenden die Bestätigung....


    LG Claudia

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  9. Danke für Deine persönlichen Erfahrungen. Schade, daß viele VeganerInnen es ignorieren werden und Du vermutlich große Verachtung von der veganen Community ernten wirst. Habe oft das Gefühl, daß Exveganer noch härter verachtet werden als Omnivoren. Siehe Denise Minger.

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  10. Vielen Dank für diesen interessanten Bericht! Die Ex-Veganerin Lierre Keith berichtet in ihrem Buch "Ethisch essen mit Fleisch" u.a. auch über Verdauungsprobleme.
    Wenn ich mich recht erinnere, resultierte das aus einem Mangel an Magensäure (sie beschreibt das genauer, auch den Zusammenhang mit Veganismus)- sie geht auch auf andere gesundheitliche Risiken des Veganismus/ Vegetarismus ein, ich finde das Buch sehr lesenswert.

    http://www.ugonder.de/ethisch-essen-mit-fleisch-2/


    Ich habe schon einige Berichte von Ex-Veganern gelesen, die den Veganismus aus gesundheitlichen Gründen wieder aufgaben.
    Der folgende Blog z.B. ist von einem Ex-Veganer, bei dem das auch der Fall war. Er interviewt z.B. andere ehemalige Veganer, die ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen ihre Ernährung wieder änderten, ich finde das sehr interessant:

    http://letthemeatmeat.com/post/3141542244/interview-with-an-ex-vegan-tasha

    Ich denke, dass eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig wäre.

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    1. Ergänzend zu Deinem Beitrag hier noch ein Hinweis auf ein Blogpost hier in meinem Blog, den ich vor knapp einem Jahr publiziert habe. Der paßt recht gut dazu.

      Gruß Robert

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    2. Hallo Robert,
      würdest Du Deinen Beitrag verlinken?
      Viele Grüße!

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    3. Na toll....hatte ich doch glatt vergessen...

      http://pinkpoisononpaleo.blogspot.de/2013/04/gotterdammerung-im-veganerlager.html

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  11. Hallo,
    ich habe mir jetzt mal die Artikel von Ulrike Gonder etwas durchgelesen und was die dort anwesenden Veganer für einen Mist absonder ist eine Frechheit. Ich glaube das Problem beim Menschen ist seine zu hohe Intelligenz. Kein anderes Lebewesen würde auf so einen Unsinn kommen und sich entgegen seiner Natur und seines Instinkts zu ernähren geschweige denn zu sagen ich verhungere lieber als dass ich einem anderen Tier schade. Naja muss man schon mal verstehn diese Veganer/Vegetarier, da wird mir innerlich heiß beim Lesen.
    LG

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  12. Ein durchaus interessanter Artikel. Aber ich finde ihn wenig überraschend. Natürlich muss man auf seinen B12 Haushalt achten (so wie man auch auf alles andere achten muss).
    Und interessant finde ich den Aspekt, dass Supermarktgemüse weniger dreckig und deshalb weniger gesund ist. Ist halt nicht alles gold was glänzt. Aber ich finde, wenn man von den "Problemzonen" weiß, kann man dem ja entgegenwirken. Und heutzutage ist in vielen Produkten schon B12 beigesetzt und es wird einfacher.

    Natürlich kann man diskutieren, ob vegan oder fleischessend die "natürlichere" Ernährung ist. Beides hat seine Konsequenzen. Bei Vegan ist es B12, bei Fleisch und Milchprodukten sind es ein Blähbauch, Füllegefühl, Flatulenzen und anderes. Einen Tod muss man sterben. Schlimm finde ich in beiden Fällen die hohe Belastung der Industrieprodukte durch Düngemittel, Futter Pestiziden.

    Ich glaube, gesund kann man auf beide arten sehr gut leben, jedoch sollte man die ganze Sache bewusst angehen: Hochwertiges kaufen und auf sich drei mal überlegen, ob man sich den Scheiß, der da gerade im Regal mit lustigen Bildern von einer heilen Welt wirbt, tatsächlich auch im Einkaufswagen landet.

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    1. Warum isst nicht jeder das, was ihm gut bekommt?
      Das kann bei einem Fleisch sein und beim anderen Gemüse und ein Dritter verträgt am besten Getreide.
      Ich hatte noch nie nach Fleischgenuss Blähbauch, Völlegefühl oder Flatulenzen.
      Das passiert mir meist nach Obst und rohem Gemüse.
      Und was sagt das aus? Sicher nichts über die Qualität einer Ernährungsweise, sondern nur, was ich persönlich vertrage oder auch nicht vertrage.

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  13. Guter Beitrag, die Diskussionen werden wohl nie enden...

    Bei dem Thema B12 Spritzen gehe ich nicht ganz mit, spreche aus eigener Erfahrung, nach einer einzigen Spritze sind die Speicher nicht aufgefüllt,das dauert etwas länger ! Das war wohl bei dir,liebe Barbara eher subjektives Empfinden... Alles Gute weiterhin

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  14. Hierzu auch ein Interview mit Barbara: http://www.rp-online.de/leben/gesundheit/ernaehrung/interview-mit-einer-ex-veganerin-warum-sie-nach-7-jahren-umkehrt-aid-1.5219585

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  15. Habe den Veganismus wegen Untergewichts und Mangelerscheinungen ebenfalls aufgegeben. Ich möchte dennoch zu bedenken geben, dass selbst Tiere ihr Vitamin B12 über Mikroorganismen auf Pflanzen zu sich nehmen. Da jedoch die wenigsten Tiere in der Industrie jemals auf einer Weide grasen dürfen bekommen sie dieses Vitamin in Form von Konzentraten ins Futter gemischt.
    Ist es nicht egal ob nun das Tier die Tablette bekommt oder wir Menschen sie nehmen?

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  16. Gratulere zu den ehrlichen Worten. Durch die Hinwendung zu einer stark Fleisch (tierisches Protein) lastigen Ernährung ist es mir gelungen mein massives Uebergewicht beinahe auf Normalniveau zu reduzieren. Gemüse jeder Art ist jetzt wieder Beilage oder Balaststoff aber niemals Haupt- oder Alleinmahlzeit. Soja Saithan oder ähnliches kommen mir nie wieder auf den Teller.

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